14. März 2011
Die Vereinigung NWA (Nie wieder Atomkraftwerke) führte abseits der Basler Fasnacht hinter dem Basler Münster (auf der Pfalz) eine Mahnwache für die Opfer der Katastrophe in Japan durch.
Im Interview mit Oli Wyss stellt sich Aernschd Born, Geschäftsführer von NWA, den Fragen von Regioonline zum aktuellen Thema.
Wir von Regioonline unterstützen die Bemühungen von NWA ganz klar und offen. Unabhängig von Äusserungen der Politik sowie der Atomkraft-Experten teilen wir die Meinung von Aernschd Born zu hundert Prozent.
Atomkraft ist nicht hundertprozentig beherrschbar. So wie auch ein Auto nie hundertprozentig beherrschbar ist - der Unterschied ist einfach die Wirkung bei einem Unfall.
Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass es technisch schon längst möglich wäre, unsere Energieversorgung mit Erneuerbaren Energiquellen sicher zu stellen. Allein unsere Sonne spendet täglich so viel Energie, nutzen wir das jetzt endlich!
Nein, ich bin ganz sicher kein Experte auf diesem Gebiet, ebenso wenig wie wohl die meisten unserer Leser. Aber man muss wohl auch kein Experte sein, um zu erkennen, dass dieses Risiko, das die Menschheit mit der Atomkraft eingegangen ist, nicht mehr länger getragen werden darf!
Die Behörden sind aufgerufen, endlich die Restriktionen für Solaranlagen aufzuheben; nicht zu lockern - aufzuheben! Jeder der auf seinem Dach eine Solaranlage installieren will muss das ganz einfach dürfen! Obs jetzt ins Bild passt oder nicht!
JETZT muss gehandelt werden, JETZT müssen Sofortmassnahmen her und langfristige Strategien entwickelt und umgesetzt werden!
Für eine atomkraftfreie Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder
Rolf Kirchhofer
Redaktionsleiter
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Kommentare
21.03.2011 22:25 Hohmann Arnold
Auch wenn kein AKW-Unfall passiert, bleibt das Problem mit der Abfall-Entsorgung. Dass Abfallprodukte aus AKWs in gewissen Regionen unterirdisch während tausenden von Jahren problemlos gelagert werden können, bleibt eine Illusion, wenn auch einzelne Wissenschafter das Gegenteil behaupten. Wir wissen zu wenig über die Beschaffenheit unterirdischer Gesteinsmassen und deren Veränderung über Jahre und Theorien von Umwandlungsprozessen um radioaktive Strahlung abzubauen, wird noch lange Zeit Theorie bleiben und so viel Zeit haben wir nicht zur Verfügung. Um erneuerbare, grüne Energien erfolgreich und in grossen Mengen einsetzen zu können, um AKWs zu ersetzen, braucht es ein massives Umdenken von Umweltverbänden, Landschaftsschützern und Heimatschutzpflegern. Denn wir bräuchten auf jedem Haus, sofern technisch machbar (auch in alten Dörfern), eine Solarzellenanlage, um das Haus mit Strom zu versorgen (bei Neubauten für obligatorisch erklären). Kleinkraftwerke in Bächen und Flussläufen mit Fischtreppen, in die Landschaft integrieren, ohne sie allzu stark zu verändern. Windkraftwerke, weit verstreut fallen weniger auf. Es gibt ja noch Dutzende von technisch machbaren Lösungen, wenn sie nur endlich allgemein eingeführt und angewandt werden. Wir können ja noch hundert Jahre warten, bis es in den politischen Köpfen endlich dämmert. Ein Umdenken muss in Kürze stattfinden, um alle alternativen Energiequellen auszuschöpfen. Gas-Kraftwerke sind wegen des enormen CO2-Ausstosses nicht am Platz!
21.03.2011 19:54 Rolf Kirchhofer
Ja Cédric Fuchs, zu Ihrer Aussage was Österreich betrifft gebe ich Ihnen recht. Meine Aussage war missverständlich formuliert. Mir ist bekannt, dass Österreich auch Strom importiert, und auch dass halt im globalen wirtschaftlichen Kontext auf die günstigsten Anbieter zurückgegriffen werden muss. Das Problem ist selbstverständlich auch nicht einfach national zu lösen sondern ausschliesslich global. Für mich persönlich ist einfach eines klar: die Menschheit muss, will sie überleben, ALLE schädlichen Emissionen abbauen. Und dazu gehört die Atomenergiegewinnung zweifellos!
21.03.2011 16:11 Cédric Fuchs
Wenn die europäischen Ländern selber ihre Atomkraftwerke nicht schliessen, werden wir mit gutem Gewissen radioaktiv verseucht, falls es soweit kommen soll; was soll das bringen? Zum Argument Österreich: Unser Nachbarn ist selbst abhängig vom Atomstrom und importiert mehr Strom als seine zwei grössten Kraftwerke produzieren können.
20.03.2011 14:04 Rolf Kirchhofer - Regioonline
Geschätzter Hans-Peter Ginter, herzlichen Dank für den wertvollen Beitrag, der mich dazu veranlasst zu einigen Punkten widerum meinen Kommentar abzugeben. 1. Die Mahnwache wurde in erster Linie für die Opfer in Japan organisiert, das äussert Aernschd Born gleich im ersten Teil des Interviews. 2. Zum Thema Populismus: Aernschd Born betreibt sein Engagement gegen AKWs nicht jetzt kurzfristig umd die Gunst der Stunde zu nutzen, sondern seit vielen Jahren. Gemäss Definition beudetet Populismus sich um eine Nähe zum Volk zu bemühen - was ist daran falsch? Das Volk ist verunsichert in Bezug auf Atomenergie, das Volk ist aufgewühlt ob den Bildern aus Japan (und den wieder in Erinnerung gerufenen Bildern aus Tschernobyl). 3. Aernschd Born fordert nicht den sofortigen Ausstieg sondern das sofortige Angehen von Lösungswegen für den Ausstieg aus der Kernenergie. 4. Wer am Freitag die Sendung Arena zum aktuellen Thema verfolgt hat weiss jetzt endgültig: auch die Verantwortlichen im zuständigen Bundesamt sowie die Betreiber der AKWs selbst sind verunsichert! Niemand von diesen Experten hat in der Sendung (lobenswerterweise) versucht die Risiken der AKWs zu verschleiern. Nach dem Ausbau von Mühleberg ist die Prüfung durch das oberste zuständige Organ noch nicht durchgeführt worden. Mühleberg gilt nach eigenen Worten als das grösste Risiko und liefert 4-5% des gesamten Strombedarfs der Schweiz. 5. Was eigentlich jedem klar sein sollte wurde von den Experten selbst nochmals bestätigt: ein nicht kalkulierbares Risiko besteht immer! Für mich persönlich heisst das doch: jede Energiegewinnung birgt ein Restrisiko! Würde beispielsweise eine Staumauer brechen hätten wir auch eine Katastrophe. Nur, und das ist für mich entscheidend: wir hätten keine nukleare Katastrophe! 6. Und wenn man derzeit die Diskussionen (und die bereits eingeleiteten Massnahmen) in der Schweiz betrachtet, so ist die Forderung nob Aernschd Born bzw. von NWA absolut nicht blauäugig. Selbst AKW-Befürworter schenken langsam aber sicher dazu über jetzt Fakten auf den Tisch gelegt zu bekommen, wie die Alternativen aussehen können! Weder Aernschd Born noch ich sind Fachleute auf diesem Gebiet. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass dieses Restrisiko, das wir mit AKWs tragen, einfach zu gross ist und die Folgen der Atomenergie, selbst ohne Störfall, sind ja noch immer nicht kalkulierbar! Es muss einfach Alternativen geben - und es gibt sie! Wo eine Wille ist, da ist auch ein Weg - und zum Glück für die Menschheit und die Erde scheint dieser (politische) Wille immer grösser zu werden. Letzte Anmerkung: Unser Nachbar Österreich hat sich 1978 gegen Atomkraft ausgesprochen, dies obwohl zum damaligen Zeitpunkt bereits 1,25 Milliarden in den Bau eines betriebsbereiten AKWs investiert wurden. Und nun sind sie umgeben von Kernreaktoren der Nachbarsländer! Österreich machts vor: es geht wenn man will!
19.03.2011 21:16 Hans-Peter Ginter
Ich habe das Interview von Herrn Born mehrmals gehört und jedesmal wurde ich überzeugter, dass das, was Herr Born von sich gegeben hat ist reiner Populismus und hat mich Sachlichkeit gar nichts zu tun. Was in Japan durch die beiden Naturkatastrophen (Erdbeben und Tsunami) passiert ist, und die vielen Opfer gefordert hat, ist schrecklich. Doch davon kein Wort von Herr Born. Die Beschädigungen am AKW Fukushima müssen dazu führen, dass auch in der Schweiz die Sicherheitsstandards an den AKW s genauestens überprüft werden und notfalls verstärkt werden. Aber jetzt den kompletten Ausstieg zu fordern ist doch Augenwischerei. Es ist doch einfach nicht möglich. Aber vielleicht istd er Zeitpunkt jetzt gekommen, dem Schweizervolk einmal offen zu sagen, was ein Ausstieg bedeuten würden. Zahlen müssen jetzt auf den Tisch; Welche Staumauern (Grimsel, Mattmark usw) müssten um wieviele Meter erhöht werden, wieviele km2 Solaranlagen und wieviele Windkraftanlagen müssten aufgestellt werden. Ich erinnere mich, dass man einmal gesagt hat, um Mühleberg zu ersetzen, müsste eine Fläche des Genfersees mit Solarzellen bedeckt werden. Und dann kann das Schweizervolk abstimmen, ob sie das wollen oder nicht. Auf den Stromsparwillen der Bevölkerung zu setzen ist blauäugig und bringt gar nichts. Der Strombedarf wird weitersteigen ob wir das wollen oder nicht. Aber diese Zahlen zur Meinungsbildung müssen nun auf den Tisch je früher desto besser. Und erst dann kann eine vernünftige Diskussion stattfinden.
19.03.2011 16:24 Rolf Kirchhofer - Regioonline
Als ich heute morgen bzw. gegen Mittag die Kommentare sichten wollte die noch eingegangen sind, waren alle weg! Ein Fehler im System. Zum Glück hatte ich die Kommentare gestern noch gesichert ( bis zu Kommentar 9 ) und konnte diese wieder herstellen. Offensichtlich waren in der Zwischenzeit weitere Kommentare eingegangen, die leider verloren sind. Wir würden niemals Kommentare löschen, auch nicht wenn sie uns kritisieren würden! Sonst bräuchten wir ja kein Forum anzubieten. Also entschudligung, wenn Ihr Kommentar verschwunden ist - wir würden uns sehr freuen, wenn Sie ihn nochmals eingeben würden. Rolf Kirchhofer, Regioonline.ch
18.03.2011 17:19 Christine Gorrengourt
Die Katastrophe in Japan ist schrecklich und als Erstes muss auch unser Land alles Mögliche unternehmen der Bevölkerung vor Ort zu helfen. Die Aufgabe unserer Landesregierung ist es aber auf solche tragischen Ereignisse zu reagieren und zu überprüfen wie es um die Sicherheit in unserem Land nach den neusten Erkenntnissen steht. Ich hoffe jedoch dass bei den Prüfungen auch der Atomstrom das Preisschild erhält, welches er verdient. Alle zu erwartenden Kosten für die Lagerung und Sicherheitsüberprüfung der heute entstehenden, über Jahrhunderte und zum Teil Jahrtausende, strahlenden Abfälle. Wir können nicht den Atomstrom billig verbrauchen und die effektiven Kosten und die Gefahren der strahlenden Abfälle den zukünftigen Generationen überlassen. Ein Austieg ist möglich und kostet etwas. Unsere Kinder und deren Gross- und Urgrosskinder sollten aber nicht unsere Rechnung bezahlen müssen.
18.03.2011 15:44 Geeser Roman Web
50 % des Stromkonsums der Schweiz wird durch Wasserkraftwerke gedeckt, 42 % durch Kernkraftwerke und der Rest durch alternative Energiequellen. Es wird auch beim besten Willen sehr viel Zeit verstreichen bis der Strom aus Kernkraftwerken ersetzt ist. Vergessen wir nicht, dass unser Rechtsstaat mit seinen Rechtsmitteln, die wir alle an sich schätzen, eine rasche Realisierung auch bescheidener Wasserkraftwerke, Windmühlen und Solardächer erschwert. Mit der Geothermie haben wir in Basel bereits Erfahrungen gesammelt. Zudem sind auch die bestehenden Wasserkraftwerke nicht ohne Risiko. So würden nach einem Dammbruch des Zervreila-Stausees bei Vals die Wassermassen nach ca. 30 Minuten Chur erreichen, eine Stadt mit 35 000 Einwohnern. Eine risikoarme Stromversorgung wäre wohl nur unter Inkaufnahme einer massiven Wohlstandseinbusse zu haben. In Basel, wo wir das höchste Volkseinkommen pro Kopf der Schweiz aufweisen, bleibt diese Güterabwägung niemandem erspart.
18.03.2011 14:49 Cédric Fuchs
Selbstredend sind AKWs nicht die sichersten Anlagen für Energie, doch aktuell die besten. Ich bin kein Unterstützer der Atomkraft, aber wir brauchen die Energie, welche produziert wird! Und der produzierte Strom durch ein AKW ist enorm, als Vergleich bräuchte es ca. 18000 Windkrafträder für die gleiche Kraft. Es ist Blödsinn, wenn man in der nächsten Zeit AKWs abbauen will.
18.03.2011 14:48 H. Hartmann
Jemand sagte mal Wir bauen eine 140 Meter hohe Pyramide in die Wüste - Niemand wusste wie das geht. Weil aber der Politische Wille da war, stehen nun die Pyramiden da. Jemand sagte Wir fliegen zum Mond - Niemand wusste wie das geht. Weil aber der Politische Wille da war, haben es die Menschen geschafft. Heute wollen wir die AKWs abschalten und alternative Energiequellen verwenden. Niemand weiss zur Zeit wie das geht. Aber wenn unsere Volksvertreter auch so etwas wie Willen, Rückgrat und vor allem Integrität hätten, Würde die Menschheit auch das schaffen. Keine der grossen Parteien hat den Mut, die Lobbyisten zurück zu weisen und zu tun was richtig ist. Viel zu gerne nimmt man bei der SVP, FDP und CVP die üppigen Berater-Honorare. In der Tagesschau dürfen wir die Wirkung beobachten und solche Sätze hören: In der Schweiz haben wir gesetzliche Bestimmungen... Ach so ist das - Also nicht wie in Japan, dort wo scheinbar betrunkene Hippies die AKWs bauen und keine Gesetze dies regeln - dank der SVP weiss ich nun auch das.
18.03.2011 14:31 Cécile Gross
Ganz klar, sofortiger Ausstieg aus Atomkraft und statt in neue AKWs in erneuerbare Energie investieren! Auch der Heimatschutz soll umdenken, lieber auf jedem Dach Solaranlagen statt dieser hässlichen AKWs. Zudem bestehende Wasserkraftwerke mit effizienteren Turbinen bestücken. Zudem gibt es auch Windturbinen die leise sind und z.B. auf Natelantennen etc. montiert werden könnten (http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4a07e95d-4f1c-4063-9014-7cce8d2c5bc0). Und wenn nachts nicht jede Gasse und jede Fassade hell erleuchtet bleibt, dann droht uns auch keine Stromlücke.
18.03.2011 14:27 Ursula Schaffhauser
Ich finde auch, dass jetzt etwas geschehen muss, wir müssen uns von der Atomkraft abwenden. Wir müssen aber auch selber aktiv werden und nicht so unbesorgt Strom konsumieren wie bisher. Dies kann erst einmal im Kleinen anfangen: elektrische Geräte nicht unnötig laufen lassen, Nachtstrom nutzen usw. Wir müssen erstmal bei uns selber anfangen und nicht erwarten, dass die Anderen Strom sparen müssen.
18.03.2011 14:21 Heinz Zahnd
Dass ein Ausstieg aus der Kernenergie ins Auge gefasst werden könnte, scheint mir möglich. Gerne hätte ich aber von den Ausstiegsbefürwortern nicht nur markige Worte gegen die Elektrizitätserzeuger sondern auch konkrete Vorschläge, wie man in der Nacht und bei Windstille die Versorgungssicherheit, u.a. auch für Metall- und Chemieindustrie, sicherstellt. Ich wünsche mir in der Diskussion um den Atomausstieg mehr weitsichtiges Denken.
18.03.2011 14:05 Ursula Müller
Sehr gut gesprochen Herr Born! Ja es muss etwas geschehen; die Risiken der AKWs sind einfach zu hoch und nicht tragbar. Die Stimmbürger auf der ganzen Welt sind jetzt gefordert! Sofortige Investitionen in alternative Energieformen! JETZT!
18.03.2011 13:20 Rolf Kirchhofer
Unsere Meinung zum Thema ist klar und ist oben nachlesbar. Wie ist Ihre Meinung? Wie muss unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen?? Sagen Sie uns hier unverblümt Ihre Meinung dazu.




